Ausstattung


Art Brennweite Scheinbares
Gesichtsfeld
Hersteller Anschluss
Teleskop seitig
Super Plössl 26 mm 52° Meade 1,25"
Super Plössl 26 mm 52° Sky-Watcher 1,25"
Plössl 10 mm 42° 1,25"
Plössl Fadenkreuz 9 mm 50° Meade 1,25"
Kellner 12 mm 42° 1,25"
Ultra Wide Angel
Serie 5000
8,8 mm 82° Meade 1,25"

Die verschiedenen Okulartypen


Kellner Okular

Carl Kellner (* 26 März 1826 in Hirzenhain; † 13. Mai 1855 in Wetzlar) war ein deutscher Mechaniker und mathematischer Autodidakt. Er entwickelte die Ramsden Okulare zu den so genannten Kellner-Okularen weiter.
Quelle (1)Strahlengang Kellner
Kell
Kellner-Okular
nerokulare bestehen aus drei Linsen. Die Feldlinse ist eine bikonvexe Sammellinse. Die Kombination der Augenlinsen ist als Achromat ausgeführt. Da die Augenlinsen verkittet sind und in ihrer Verbindung eben diesen Achromaten erzeugen, treten Farbfehler nur gering auf, aber sie sind da. Sie können bereits für höhere Vergrößerungen an Fernrohren mit  1:10 verwendet werden. Die Grenze von Newton-Reflektoren liegt bei einem Öffnungsverhältnis von 1:5, hier sollte man lieber zu Plössl Okularen greifen. Gesichtsfeld bis 45°

Plössl Okulare

Simon Plößl (* 19. September 1794 in Wien; † 29. Januar 1868 ebenda) war ein österreichischer Optiker und hatte seit 1823 eine Optikerwerkstatt in Wien. Nach ihm wurden die Plössl Okulare benannt.

Super Plössl Okular

Bei
Super_Plössl_26_mm
dem Super Plössl Okular handelt es sich um ein modifiziertes, vier- oder fünflinsiges Okular nach dem Plössl-Design. Während das normale Plössl Okular ein relativ kleines scheinbares Gesichtsfeld von ca. 45° aufweist, verfügt das Super Plössl Okular mit 52° über ein etwas größeres scheinbares Gesichtsfeld. Dies und die Ausstattung mit einer Gummiaugenmuschel mögen dazu geführt haben, dass dieses Okular als Super Plössl Okular bezeichnet wird.

Quelle (2) Strahlengang Super Ploessl
Plössl Okulare bestehen in der Regel aus vier Linsen zu je zwei Paaren. Diese Linsenpärchen sind jeweils miteinander verkittet und bilden jeweils einen Achromaten für sich, d.h. sie weisen so gut wie keine Farbfehler auf. Bei kurzbrennweitigen Plössl Okularen ist der Augenabstand ein Problem, d.h. hier sind die Augenlinsen so klein, dass man sehr dicht an das Okular heran muss. Das Auge klebt sozusagen auf dem Okular. In diesem Brennweitenbereich sind andere Okulare sinnvoll.

Fadenkreuzokular

F
Fadenkreuzokular
adenkreuzokulare werden zum exakten Nachführen, Messen oder Zentrieren verwendet. Bei dem Plössl 9 mm Illuminated Reticle Eyepiece (Serie 4000) der Fa. Meade handelt es sich um ein Okular mit einem beweglichen Fadenkreuz. Das Okular wird seitlich über eine rote LED beleuchtet, sodass die Skala immer gut gegen den dunklen Himmelshintergrund sichtbar ist. Das Fadenkreuz ist doppelt und wird durch zwei konzentrische Ringe ergänzt. Durch zwei mikrometrische Schrauben lässt sich das Fadenkreuz im Okular in X- und Y-Richtung hin- und herschieben. Leitsternpositionierungen vereinfachen sich damit erheblich, denn man kann durch gezielte Bewegung das Fadenkreuz in jede beliebige Richtung schieben. Die umstülpbare Gummi-Augenmuschel hält Streulicht fern, und das 4-linsige Plössl-Design sorgt für eine scharfe Abbildung auch schwacher Leitsterne. Alle Linsen sind multi-hartvergütet.

Ultra Wide Angel Okular (UWA)

F
UWA_Okular
ür die Konstruktion der Meade Serie 5000 UWA Okulare mussten die Grenzen des technologisch Machbaren deutlich ausgeweitet werden. Die siebenlinsige Konstruktion des 8,8 mm Okulars enthält verschiedene Sondergläser und liefert über das riesige 82° große Eigengesichtsfeld höchste Detailtreue, besten Kontrast und höchste Abbildungsschärfe.


Die Vergrößerung

Die Vergrößerung eines Okulars ist abhängig von den Brennweiten des Objektivs fob und des Okulars fok. Sie wird berechnet nach:

V = f
ob / fok

Die Objektivbrennweite eines Teleskops kann durch Barlowlinsen, Verlängerungselementen und Reducer verändert werden. Dadurch können an ein und demselben Teleskop mit einem Okular verschiedene Vergrößerungen erzielt werden. Die folgende Grafik zeigt die Vergrößerungen einzelner Okulare aus der Tabelle "Ausstattung" in Abhängigkeit von der Brennweite des Objektivs.

Pasted Graphic
Dabei ist zu berücksichtigen, dass jedes Objektiv eine maximal sinnvolle Vergrößerung zulässt. Oberhalb dieser Vergrößerung wird das Bild wieder unschärfer, mehr Details sind nicht zu erkennen. Für diese maximal sinnvolle Vergrößerung gilt die folgende Faustformel:

V
max = Dob * 2

Hieraus lässt sich für das Meade LX200GPS mit einem Objektivdurchmesser D
ob = 203 mm eine maximal sinnvolle Vergrößerung von etwa Vmax = 400 errechnen.

Das wahre Gesichtsfeld

Zu unterscheiden sind die beiden Begriffe „scheinbares Gesichtsfeld (SG)“ und „wahres Gesichtsfeld (WG)“. Das scheinbare Gesichtsfeld ist eine Eigenschaft des Okulars, nämlich der Öffnungswinkel, den man sieht, wenn man durch das Okular schaut. Je nach Bauart sind scheinbare Bildwinkel zwischen ca. 30° (Okulare nach Huygens) und ca. 82° (Nagler) möglich. Anschaulich gesprochen erweckt ein Huygens-Okular den Eindruck, als würde man durch einen Tunnel blicken, während man beim Einblick in ein Nagler-Okular in der ersten Kinoreihe zu sitzen scheint.

Das wahre Gesichtsfeld ist das Himmelsareal, angegeben in Grad, das man beim Blick durch das Teleskop überschauen kann. Es setzt sich zusammen aus dem scheinbaren Gesichtsfeld des Okulars und der mit dem Okular erzielten Vergrößerung. Es wird berechnet nach

WG = SG / V

Für die unter "Ausstattung" aufgeführten Okulare zeigt die folgende Grafik das wahre Gesichtsfeld.

Pasted Graphic 1

Quellen:

(1) http://www.astroshop.de/beratung/teleskop/teleskop-wissen/die-einzelnen-teile-eines-teleskops/okulare/c,8703
(2) http://www.meade.com/catalog/meade_4000/meade_series_4000_01.htm