M 31 – Andromeda-Galaxie



M31-h-s
Ort: Schwedt, Datum: 27.12.2025 22:05 MEZ bis 28.12.2025 01:37 MEZ
Teleskop: Seestar S50, AZ-Montierung, Tauschutzfunktion, 694 Lights je 10 Sekunden, gesamt 115 m 40 s
Gestapelt mit Seestar APP, leicht bearbeitet mit Seestar App, Astroart und Affinity Fotos

Die Andromeda-Galaxie, katalogisiert als Messier 31 (M 31), ist das am weitesten entfernte Objekt des Himmels, das mit bloßem Auge noch sichtbar ist – und zugleich unsere große kosmische Nachbarin. Sie liegt im Sternbild Andromeda und ist das dominierende Mitglied der Lokalen Gruppe von Galaxien, zu der auch unsere eigene Milchstraße gehört.

Ein Blick über zweieinhalb Millionen Lichtjahre

Das Licht, das wir heute von der Andromeda-Galaxie sehen, hat eine Reise von rund 2,5 Millionen Lichtjahren hinter sich. Wir betrachten M 31 also so, wie sie existierte, als auf der Erde gerade die ersten frühen Menschen entstanden. Mit einem scheinbaren Durchmesser von etwa 3 Grad am Himmel ist Andromeda größer als der Vollmond – allerdings ist ihre Helligkeit über eine große Fläche verteilt, weshalb sie nur unter dunklem Himmel auffällt. In Astrofotografien zeigt sich ihre wahre Pracht: eine majestätische Spiralstruktur mit ausgedehnten Staubbändern und einem hellen, sternreichen Zentrum.

Größe und Aufbau

Die Andromeda-Galaxie ist eine große Spiralgalaxie vom Typ SA(s)b, ähnlich aufgebaut wie die Milchstraße, aber in vielerlei Hinsicht noch größer:
  • Durchmesser: ca. 220.000 Lichtjahre
  • Anzahl der Sterne: etwa 1 Billion (die Milchstraße enthält rund 200–400 Milliarden)
  • Gesamtmasse (inkl. Dunkler Materie): etwa 1–1,5 Billionen Sonnenmassen
Ihr zentraler Bulge ist besonders ausgeprägt und enthält einen supermassereichen schwarzen Lochkern mit etwa 140 Millionen Sonnenmassen.

Begleitgalaxien und Sternentstehung

M 31 besitzt mehrere bekannte Begleitgalaxien, darunter:
  • Messier 32 (M 32) – eine kompakte elliptische Zwerggalaxie (im Bild oben rechts der sehr helle Fleck)
  • Messier 110 (M 110) – eine diffuse elliptische Galaxie (außerhalb des Bildes)
Diese Satelliten sind gravitativ an Andromeda gebunden und spielen eine wichtige Rolle in ihrer Entwicklungsgeschichte. Beobachtungen zeigen zudem, dass Andromeda Spuren früherer Galaxienverschmelzungen trägt – ein Hinweis darauf, dass große Galaxien durch das „Verschlucken“ kleinerer Systeme wachsen. In den Spiralarmen finden weiterhin aktive Sternentstehungsprozesse statt, wenn auch insgesamt ruhiger als in manchen anderen Spiralgalaxien.

Eine Begegnung in ferner Zukunft

Andromeda und die Milchstraße bewegen sich mit etwa 110 km/s aufeinander zu. In ungefähr 4–5 Milliarden Jahren wird es zu einer großräumigen Kollision kommen. Dabei werden die Galaxien einander durchdringen und sich schließlich zu einer neuen, großen elliptischen Galaxie vereinigen – oft scherzhaft „Milkomeda“ genannt. Entgegen populärer Vorstellungen werden dabei kaum Sterne direkt zusammenstoßen; die Abstände zwischen den Sternen sind selbst in Galaxien enorm. Dennoch wird das Erscheinungsbild des Himmels aus Sicht möglicher zukünftiger Beobachter dramatisch verändert sein.

Andromeda in der Astrofotografie

In Astrofotografien – wie jener Aufnahme mit dem Seestar S50 – zeigt sich Andromeda als ausgedehntes Objekt mit feinen Staubbändern, einem hellen Kern und einem sanften Übergang in den galaktischen Halo. Gerade weil sie so groß ist, eignet sie sich besonders gut für Mosaikaufnahmen und längere Integrationszeiten. Messier 31 ist mehr als nur ein ferner Lichtfleck: Sie ist ein eigenständiges Inseluniversum, ein Spiegel unserer eigenen Galaxie – und ein eindrucksvoller Beleg für die Größe, Dynamik und Zukunft unseres kosmischen Umfelds.