Messier 47 – Ein junger, heller Sternhaufen im Sternbild Puppis

Ort: Schwedt/Oder, Datum / Zeit: 22.01.2026, 00:40 - 01:35 Uhr MEZ
Seestar S50, 164 Aufnahmen je 10 s (27 min 20s) im RAW-Format (FITS), AZ-Modus, Tauschutzfunktion
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Der offene Sternhaufen Messier 47 (M 47) gehört zu den auffälligsten Sternhaufen des südlichen Winterhimmels. Er liegt im Sternbild Puppis (Achterdeck des Schiffes) und ist bereits mit bloßem Auge unter dunklem Himmel als lockerer Sternfleck erkennbar. In Teleskopen zeigt sich M 47 als ausgedehnter, sternreicher Haufen mit zahlreichen hellen Einzelsternen.
Grunddaten
- Objekttyp: Offener Sternhaufen
- Entfernung: ca. 1.600 Lichtjahre
- Alter: etwa 70–80 Millionen Jahre
- Scheinbare Helligkeit: ca. 4,4 mag
- Winkeldurchmesser: rund 30 Bogenminuten
- Tatsächlicher Durchmesser: ca. 20 Lichtjahre
Struktur und Erscheinungsbild
M 47 ist ein junger, lockerer Sternhaufen mit nur geringer Zentralverdichtung. Seine hellsten Mitglieder sind überwiegend bläulich-weiße Sterne der Spektralklassen B und A, die noch nicht lange existieren und ihre Energie sehr intensiv abstrahlen. Typisch für M 47 sind:
- viele helle Einzelsterne, die sich gut voneinander trennen lassen
- eine lockere, unregelmäßige Verteilung
- kaum diffuse Nebelreste – die ursprüngliche Gaswolke wurde bereits weitgehend verdrängt
Trumpler-Klassifikation
Messier 47 wird nach der Trumpler-Klassifikation als Typ I,3,r eingestuft. Diese Bezeichnung beschreibt die Struktur und Zusammensetzung des Sternhaufens:
- Klasse I – stark konzentriert. M 47 besitzt eine gut erkennbare zentrale Konzentration heller Sterne und hebt sich deutlich vom umgebenden Sternfeld ab.
- Helligkeitsklasse 3 – große Helligkeitsunterschiede. Die Sterne des Haufens zeigen starke Unterschiede in ihrer visuellen Helligkeit. Besonders auffällig sind mehrere sehr helle, junge Sterne, die den Gesamteindruck des Haufens prägen.
- r (rich) – sternreich. Der Haufen enthält mehr als 100 Mitgliedssterne und zählt damit zu den reicheren offenen Sternhaufen.
Ein dynamischer, aber vergänglicher Verband
Wie alle offenen Sternhaufen ist auch M 47 gravitativ nur schwach gebunden. Über kosmische Zeiträume hinweg werden:
- nahe Sternbegegnungen
- Gezeitenkräfte der Milchstraße
- und innere Dynamik
Entdeckung und Kataloggeschichte
Messier 47 wurde bereits 1654 von Giovanni Battista Hodierna entdeckt, lange bevor Charles Messier seinen berühmten Katalog erstellte. Messier nahm M 47 1764 in seinen Katalog auf – allerdings mit fehlerhaften Koordinaten, wodurch der Haufen lange Zeit als „verschollen“ galt. Erst im 20. Jahrhundert wurde seine Identität eindeutig geklärt. Diese kleine astronomische Verwirrung macht M 47 zu einem historischen Sonderfall im Messier-Katalog.
M 47 und M 46 – Jugend und Reife im direkten Vergleich
Messier 47 steht am Himmel nur wenig mehr als 1,5 Grad vom offenen Sternhaufen Messier 46 entfernt. Diese scheinbare Nähe lädt zu einem direkten Vergleich ein, der besonders eindrucksvoll die zeitliche Entwicklung offener Sternhaufen verdeutlicht.
Mit einem Alter von nur etwa 70–80 Millionen Jahren befindet sich M 47 noch in einer frühen Phase seiner Existenz. Der Haufen ist geprägt von vielen hellen, jungen Sternen, die ihn auffällig und leicht erkennbar machen. Seine Struktur ist locker, seine Mitglieder sind klar voneinander getrennt, und der Haufen wirkt insgesamt lebendig und dynamisch.
Messier 46 hingegen ist mit rund 300 Millionen Jahren bereits deutlich älter. Seine einst hellsten Sterne sind längst verschwunden, wodurch der Haufen heute von schwächeren, gleichmäßiger verteilten Sternen dominiert wird. Er erscheint dichter, ruhiger und weniger kontrastreich – ein typisches Erscheinungsbild für einen reiferen offenen Sternhaufen.
Der Vergleich zwischen M 47 und M 46 zeigt anschaulich, dass offene Sternhaufen keine statischen Gebilde sind, sondern sich über kosmische Zeiträume hinweg stark verändern. M 47 gibt einen Blick auf die jugendliche Phase, M 46 auf ein späteres Stadium kurz vor der allmählichen Auflösung in das Sternfeld der Milchstraße.
Ein ideales Objekt für die Astrofotografie
Durch seine:
- hohe Helligkeit
- große Ausdehnung
- vielen klar getrennten Sterne