M 2 – Messier 2 – ein Sternenball aus der Frühzeit der Milchstraße


M 2 PM s
Ort: Schwedt, Datum: 14.08.2026, 22:51 Uhr bis 15.08.2026 00:49 MESZ
Teleskop: Seestar S50, 442 Lights je 10 Sekunden (gesamt: 73m 40s)
Gestapelt und leicht bearbeitet mit Seestar APP, weitere leichte Bearbeitung mit PixelMator Pro
Messier 2, kurz M2 und auch als NGC 7089 bezeichnet, ist ein Kugelsternhaufen im Sternbild Wassermann. Mit einem Alter von etwa 13 Milliarden Jahren gehört er zu den ältesten Sternsystemen unserer Milchstraße. Als seine Sterne entstanden, war das Universum selbst noch keine Milliarde Jahre alt. Unsere Sonne ist dagegen mit rund 4,6 Milliarden Jahren geradezu jung.

M 2 besteht aus mehr als 150.000 Sternen, die durch ihre gegenseitige Schwerkraft zusammengehalten werden. Sie bilden einen annähernd kugelförmigen Sternenschwarm mit einem Durchmesser von etwa 175 Lichtjahren. Zum Zentrum hin nimmt die Sterndichte stark zu: Während sich in der Umgebung unserer Sonne die Sterne über mehrere Lichtjahre voneinander entfernt befinden, drängen sie sich im Zentrum eines Kugelsternhaufens auf vergleichsweise engem Raum.

Messier 2 ist ungefähr 37.000 Lichtjahre von uns entfernt. Das bedeutet zugleich, dass wir den Sternhaufen niemals so sehen können, wie er heute aussieht. Das Licht, das wir auf der Erde beobachten und fotografieren, war etwa 37.000 Jahre unterwegs.

Als die Lichtstrahlen, die heute unsere Teleskope erreichen, Messier 2 verließen, lebten auf der Erde noch Menschen der Altsteinzeit. Jede Aufnahme von M 2 ist deshalb nicht nur ein Bild eines weit entfernten Objektes, sondern zugleich ein Blick weit zurück in die Vergangenheit.

Kugelsternhaufen wie M 2 gehören zu den ältesten noch erhaltenen Strukturen der Milchstraße. Während sich die meisten offenen Sternhaufen überwiegend in der dünnen Scheibe unserer Galaxis befinden, sind die Kugelsternhaufen im sogenannten galaktischen Halo zuhause, einer ausgedehnten, annähernd kugelförmigen Region, welche die Milchstraße umgibt.

Die Sterne von M 2 entstanden zu einer Zeit, als das Universum chemisch noch wesentlich einfacher zusammengesetzt war als heute. Sie enthalten deutlich weniger schwere Elemente als die Sonne. Astronomen bezeichnen diesen Anteil der Elemente schwerer als Wasserstoff und Helium als „Metallizität“. Die geringe Metallizität der Sterne in Kugelsternhaufen ist ein wichtiger Hinweis auf ihr sehr hohes Alter.

Obwohl die Sterne eines Kugelsternhaufens ungefähr zur gleichen Zeit und aus demselben ursprünglichen Material entstanden sind, sehen wir in M 2 heute Sterne in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Viele der massereicheren Sterne haben die lange Phase, in der Sterne wie unsere Sonne Wasserstoff in ihrem Inneren verbrennen, längst hinter sich gelassen. Besonders auffällig sind deshalb helle rote und gelbe Riesensterne.

M 2 enthält außerdem veränderliche Sterne, darunter sogenannte RR-Lyrae-Sterne. Ihre Helligkeit verändert sich regelmäßig, weil sie pulsieren. Solche Sterne sind für die Astronomie besonders wertvoll: Aus ihrer tatsächlichen und ihrer beobachteten Helligkeit lässt sich ihre Entfernung bestimmen. Sie dienen deshalb als kosmische „Standardkerzen“ und helfen dabei, die Entfernungen innerhalb unserer Milchstraße zu vermessen.

Entdeckt wurde Messier 2 im Jahr 1746 von dem französischen Astronomen Jean-Dominique Maraldi. Charles Messier beobachtete das Objekt 1760 und nahm es als zweiten Eintrag in seinen berühmten Katalog auf. Mit den damaligen Instrumenten konnte er die einzelnen Sterne nicht erkennen und beschrieb M 2 als nebelartiges Objekt.

Erst William Herschel gelang es 1783, den vermeintlichen Nebel in einzelne Sterne aufzulösen. Was für Messier noch wie ein schwacher Lichtfleck erschien, erwies sich damit als gewaltige Ansammlung von Sternen.

Mit einer scheinbaren Helligkeit von etwa 6,3 mag liegt M 2 an der Grenze dessen, was unter einem vollkommen dunklen Himmel theoretisch noch mit bloßem Auge wahrgenommen werden kann. Schon mit einem Fernglas erscheint er als kleiner diffuser Lichtfleck. Größere Teleskope zeigen zunehmend einzelne Sterne, während das dicht besetzte Zentrum weiterhin wie ein leuchtender Sternennebel wirkt.

Messier 2 in Zahlen

Objekt: Kugelsternhaufen
Katalogbezeichnungen: Messier 2, M 2, NGC 7089
Sternbild: Wassermann (Aquarius)
Entfernung: ca. 37.000 Lichtjahre
Alter: ca. 13 Milliarden Jahre
Durchmesser: mehr als 150 Lichtjahre, etwa 175 Lichtjahre einschließlich der äußeren Bereiche
Anzahl der Sterne: mehr als 150.000
Scheinbare Helligkeit: ca. 6,3 mag
Rektaszension: ca. 21h 33m
Deklination: ca. −00° 49′
Entdecker: Jean-Dominique Maraldi, 1746
Aufnahme in den Messier-Katalog: Charles Messier, 1760

Messier 2 ist damit weit mehr als ein schöner Sternenhaufen am Nachthimmel. Seine Sterne entstanden in einer Epoche, in der sich unsere Milchstraße noch in ihrer frühen Entwicklung befand. Wer M 2 durch ein Teleskop betrachtet, sieht deshalb nicht nur mehr als hunderttausend Sterne auf engem Raum – er blickt auf ein nahezu unverändert erhaltenes Zeugnis aus der Jugendzeit unserer Galaxis.